Stiftung Osteurpoamission Schweiz

Emil Hanuseac (im Rollstuhl) mit Vater und Mutter.

v.l.n.r. Andrea, Heinz, Elena, Virgil. Vorn Emil.

Projekte



Behinderte in Osteuropa

Körperlich behinderte Menschen haben es bei uns nicht leicht, doch in Osteuropa sind die Chancen, das Leben wieder einmal selbst zu meistern, besonders gering. Bei den Regierenden und Architekten scheinen sie nicht zu existieren. Die Planer der Wohnblocks haben zum Beispiel nicht einkalkuliert, dass die Liftaufzüge auch von Rollstuhlgängern benutzt werden könnten. Selbst bei Neubauten sind die Lifttüren für Rollstühle oder ähnliche Hilfsmittel zu schmal. Es gibt selten Haupteingänge ohne Treppenstufen. Nachts ist die Beleuchtung sehr schlecht. In den Strassen, die zu Blocks oder Häusern führen, gibt es meistens kein Licht. Die vielen Schlaglöcher und Erhöhungen sind dann nicht zu sehen. Sehr oft sind auch die Hauseingänge düster bis dunkel. Die Gehsteige sind uneben und wenn es regnet voller Wasserlachen.

Wenn jemand nach einem Unfall zum Para- oder Tetraplegiker wurde, ist er oft bis ans Lebensende an sein Bett gefesselt. Viele Leute vermögen nicht einmal einen Rollstuhl. Therapeutische Gymnastik wird entweder gar nicht angeboten oder ist zu teuer. Oft fehlt das Fachpersonal. Für berufliche Umschulungen, um von der Abhängigkeit zur Selbstständigkeit zu geraten, gibt es keine Institutionen. Auch Beratungsstellen sind kaum zu finden.
Querschnittlähmungen sind in Osteuropa mit Begriffen wie Siechtum und langsamem Tod verbunden.

Emil Hanuseac aus Rumänien ist seit 1993 Tetraplegiker. Er war ein guter Schwimmer. Ein Köpfler ins kühle Nass veränderte sein Leben schlagartig. Er prallte mit dem Kopf auf einen vom Ufer aus unsichtbaren Stein. Seither ist er ans Bett und den alten Rollstuhl gebunden. Es gab eine Zeit, wo er nicht weiter leben wollte. Durch Gottes Gnade und Kraft schöpfte er aber wieder Mut. Etwa zweimal wöchentlich besucht er die Gottesdienste der Freikirche. Er ist darauf angewiesen, dass ihn die Eltern hinbringen oder er von Freunden abgeholt wird. Er hat guten Kontakt zu den Gemeindemitgliedern und gibt hin und wieder selbst Bibelunterricht. Ebenfalls hat er sehr gute Computerkenntnisse. In Zukunft möchte er sein Leben mit Arbeiten am Computer verdienen. Eine andere Möglichkeit besteht für ihn nicht. Zurzeit arbeitet er an Englisch/Rumänisch-Übersetzungen. Vom Staat erhält er eine IV-Rente von DM 40,–/Monat. Für eine gesunde Person wären laut offiziellen Angaben jedoch DM 100,–/Monat nötig, um die Wohnungskosten begleichen, Esswaren und Kleider kaufen zu können. Emil konnte seit seinem Unfall nie mehr baden. An kälteren Tagen kann er oft nicht nach draussen, weil er nasse oder gar keine Windeln mehr hat. Obwohl er bei seinen Eltern in einer Parterre-Wohnung lebt, kann er nicht selbstständig ins Freie, weil zum Haupteingang eine kurze, aber steile Treppe führt. Für eine Rampe besteht kein Platz, ausserdem fehlt das Geld. Um Diebstahl zu verhindern, müsste eine Rampe über Nacht abgebaut werden. Auf Gymnastik oder andere therapeutische Betätigungen muss er leider verzichten, weil die Hilfsmittel fehlen und in der Familie niemand instruiert wurde.

Emil ist trotz aller Schwierigkeiten und Schmerzen ein aufgestellter junger Mann, der Pläne hat. In Rumänien werden jährlich etwa 600 Menschen durch Unfälle querschnittgelähmt. Emil möchte einen Behindertenklub mit folgenden Zielen eröffnen:

– Computerunterricht, damit die Menschen wieder selbstständig werden
– therapeutische Gymnastik
– Verbreitung des Evangeliums
– gemeinsames Musizieren
– wenn möglich auch materielle Hilfe (Windeln, andere medizinische Hilfsmittel)

Emil hat mit ca. 15 Behinderten Kontakt und mit ihnen einen Computerkurs begonnen. Sie haben einen Instruktor, der einmal wöchentlich Lektionen erteilt. Das grösste Problem ist jedoch, dass sie nur zwei Computer haben, einer davon ist sehr alt (286). Für das Evangelium scheinen die Menschen gar kein offenes Ohr zu haben, doch gibt Emil nicht so schnell auf. Seine Gemeinde unterstützt seine Pläne im Gebet und auf praktische Weise (z.B. Fahrdienste), doch finanziell sind die Gemeindemitglieder nicht in der Lage, ihm zu helfen. Für jede Unterstützung dieses Projekts, sei es im Gebet, materiell oder finanziell, danken wir Ihnen herzlich! Spenden können auf Postcheckkonto Nr. 80-24422-4 der Stiftung Osteuropa Mission mit Vermerk «Behindertenhilfe» überwiesen werden.

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