Projekte
Das erste Altersheim-Projekt in Georgien
Firmen, Grossbetriebe, soziale und kirchliche Institutionen werden im Allgemeinen oft für Unterstützung von Projekten angefragt. Das Hilfsprojekt, welches wir Ihnen vorstellen möchten, unterscheidet sich jedoch von den üblichen. Es kommt einer Altersgruppe von bedürftigen Menschen zugute, die bei humanitären Hilfeleistungen oft zu kurz kommt. Ausserdem befindet sich das Projekt in einem armen Land, das noch wenig Hilfe von aussen erfahren hat. Die Notwendigkeit eines Heims für betagte, auf der Strasse lebende Menschen in Georgien ergab sich aus einem Hilfsprogramm, welches vor einigen Jahren von einem einheimischen Ehepaar begonnen wurde. Das Hilfswerk Osteuropa Mission Schweiz unterstützt sie dabei. Trotz der schlechten politischen und wirtschaftlichen Lage Georgiens haben wir in Tbilisi (Tiflis) ein geeignetes Haus gefunden, welches wir nach eingehender Prüfung und Abklärungen vor Ort erworben und renoviert haben. Um das Altersheim-Projekt auch in Zukunft sichern zu können, sind wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen.
EIN HEIM FÜR DIE BETAGTEN
Larissa und Vitali Ivanov begannen ihren Dienst an den Betagten mit der Unterstützung ihrer selbst armen Kirchgemeinde. Einige Freunde aus dem Ausland sahen ihre Bemühungen und spendeten für das Projekt. Zurzeit erhalten mehr als 120 Senioren monatliche Hilfe durch Lebensmittelpakete oder warme Mahlzeiten. Diese Hilfe bewahrt zwar einige Menschen vor dem Hungertod, doch damit haben noch viele kein Dach über dem Kopf. Dann gibt es diejenigen, um die sich niemand kümmert, wenn sie krank werden und auf Pflege angewiesen sind. So wurde nach einer Möglichkeit gesucht, wie die Ivanovs ihre Schützlinge besser betreuen können. Die Osteuropa Mission kaufte deshalb im März 2003 ein Haus, welches zuvor von unserem Bauexperten Köbi Albisser begutachtet wurde.
LARISSA ERZÄHLT (vor der Fertigstellung des Altersheims im Oktober 2004):
Seit einigen Jahren kümmern wir uns um hilfsbedürftige Betagte, indem wir ihnen zweimal wöchentlich warme Mahlzeiten kochen und ihnen diese nach Hause bringen. Zusätzlich kaufen wir Grundnahrungsmittel, verpacken sie in Monatsrationen und verteilen sie an die Senioren. Nach Möglichkeit leisten wir auch praktische und medizinische Hilfe. In unserer Wohnung haben wir eine Dusche und einen Raum mit zwei Betten, wo wir uns um die Pflegebedürftigen kümmern. Schon seit längerer Zeit ist es mein Wunschtraum, diesen Menschen ein wirkliches Heim zu bieten, wo sie sich geborgen und angenommen fühlen und sich körperlich und seelisch erholen dürfen. Wir möchten, dass sie zusammen leben, essen und ihre Geschichten und Erfahrungen austauschen.
Sie sollen sich nach all den Sorgen und Mühen ausruhen und von Gottes Liebe umarmt fühlen, das ist unsere Vision. Jetzt scheint dieser Wunschtraum Wirklichkeit zu werden. Wir haben ein wunderbar geräumiges Haus, als wäre es speziell für unsere Bedürfnisse gebaut worden, ein Wunder! Doch bevor es fertiggestellt ist und unsere lieben Senioren in die Räume einziehen können, liegt noch viel Arbeit vor uns. Der Innenausbau des Hauses ist noch nicht fertig, deshalb beten wir um eine Fortsetzung des Wunders! Larissa ist der Verwirklichung ihrer Vision einen Schritt näher gekommen.
Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass gute Missionsprojekte oft aus Träumen idealistischer Menschen geboren werden, die sich hingeben, um anderen zu helfen. Wir glauben, dass dieses Altersheim ein solches Projekt ist und möchten es Ihnen zur Unterstützung herzlich empfehlen. Sollten Sie unsere Worte noch nicht überzeugen, laden wir Sie ein, dieses Projekt in Tbilisi in Georgien zu besuchen. Wenn Sie die Betagten in ihren schrecklichen Wohnverhältnissen sehen und ihre Zeugnisse von der Liebe Larissas und ihren Freunden hören, werden sie genau wie wir von der Sache überzeugt sein. Der Wert eines solchen Projekts kann kaum in Worte gefasst werden. So bitten wir Sie, in dieses erste Altersheimprojekt in Georgien zu investieren.
Die Osteuropa Mission trägt die Verantwortung für die Leitung des Altersheims. Es bietet Platz für ca. 20 Bewohner. Betagte, welche noch in einer Wohnung leben, werden ebenfalls davon profitieren. Statt auf einem Rechaud in einer Zimmerecke kann das Essen für die vielen Hilfsbedürftigen in einer richtigen Küche zubereitet werden. Ihnen kann dann auch regelmässig die Wäsche besorgt und beim Baden geholfen werden.
Grüt, September 2010
Vitali Ivanov, der Leiter des Altersheims in Georgien, schreibt folgende Neuigkeiten:
«Liebe Freunde und Gönner!
Die Senioren sowie alle Mitarbeiter des Heims grüssen Sie von ganzem Herzen im Namen Jesus Christus! Unsere Missionsarbeit schreitet erfolgreich voran.
Vor einigen Jahren als sich die allgemeine Lage in Georgien anfing zu verbessern, nahmen wir an, dass unsere Arbeit an Notwendigkeit verlieren wird; doch genau das Gegenteil ist eingetreten. In unserem Land wächst die Kluft zwischen arm und reich unaufhaltsam und sehr schnell. Vor allem die älteren Menschen spüren dies deutlich. Umgerechnet CHF 67.– monatlich beträgt im Durchschnitt eine Altersrente, damit sind jedoch nur etwa 25% der notwendigen Ausgaben gedeckt. In solchen Situationen müssen die Rentner ganz genau haushalten und 2-mal überlegen, ob sie sich den Zucker im Tee und das Stück Brot leisten können. Für viele alte Menschen, ausser sie zählen zu den Glücklichen und wohnen bei den Kindern oder Verwandten, sind eine Gasheizung, Elektrizität sowie Fliessendwasser unbezahlbar. Und genau da greift unsere Arbeit, sie ermöglicht diesen Leuten ein menschenwürdiges Leben.
Nun möchte ich ein wenig über unsere neuen Mitbewohner erzählen: Vor vielen Jahren waren Veriko Nadiradze, ihre Tochter Leila sowie der Vater eine gewöhnliche russischstämmige Familie und lebte in der Nähe der Hauptstadt Tbilisi. Die Stadt Rustavi war bekannt für seine Industrie. Vater, Mutter und Tochter hatten eine Arbeit und wohnten zusammen in einem Appartement, das ihnen gehörte. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden alle Fabriken geschlossen und die Menschen verloren somit ihre Arbeit. Auch Familie Nadiradze blieb nicht verschont.
Als dann noch der Vater starb, wurde das Leben für Veriko und Leila noch viel schwieriger; zwei Frauen ohne Arbeit und Beistand. Dies ist vielleicht in Europa nicht ein sehr grosses Problem, aber in unserer Kultur benötigt eine Frau den Schutz eines Mannes.
Während dieser Zeit des Zerfalls herrschte im Land das Chaos und daraus wurde nicht selten illegal Profit geschlagen, wie auch im Fall von Veriko und Leila: Plötzlich standen sie ohne ihre Wohnung da, jemand nutzte die Situation der zwei alleinstehenden Frauen schamlos aus. Mehrere Jahre versuchten sie zu beweisen, dass sie im Recht waren, leider ohne Erfolg.
Sie lebten fortan bei Freunden und versuchten immer wieder eine Wohnung zu mieten, jedoch, mit der Rente als einziges Einkommen, ein Ding der Unmöglichkeit. In dieser Situation trafen wir die beiden Frauen und boten ihnen unsere Hilfe an. Nun leben sie im Seniorenhaus. Seit langer Zeit hatten sie kein gutes Essen mehr und keine Möglichkeit, ein Bad zu nehmen. Mutter und Tochter sind Gott sehr dankbar für die Hilfe, welche sie durch uns und Sie, liebe Sponsoren und Sponsorinnen, erhalten!
Während ich diesen Brief schreibe, denke ich an Menschen wie Sie, die unsere Missionsarbeit finanziell sowie im Gebet unterstützen. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, wirklich zu verstehen, wie viel Ihre Hilfe diesen Leuten, wie Mutter und Tochter Nadiradze, bedeutet. Sie können mit Ihrem Mittragen das Leben eines Menschen positiv verändern.
Ich bin überzeugt, dass Sie alle persönliche Probleme und Sorgen haben. Aber Sie kümmern sich nicht nur um sich selber - in Ihren grossen Herzen ist Platz genug für andere Menschen.
Bedenken Sie, dass Gott alles sieht und weiss. In seinem Wort steht, dass wer nichts von der Not der Armen hören will, auch nicht gehört wird. Diese Nachricht tönt negativ, hat aber auch eine positive Seite: Sie, liebe Paten, verschliessen nicht die Ohren, wenn Sie von der Not anderer Leute hören! Das bedeutet, dass Gott Ihnen auf Ihre Gebete eine Antwort geben wird!
Wir danken Ihnen für die wertvolle Hilfe, der HERR möge Sie segnen!»
Vitali Ivanov und das Seniorenheim mit allen Mitbewohnern