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RUMÄNIEN: SCHULPROJEKT PAUL MILITARU IN BRASOV
Vor mehr als 6 Jahren begann Paul Militaru, eine unserer Kontaktpersonen für das Patenschaftsprogramm, in der Stadt Brasov mit einem Schulprojekt für Kinder aus armen, vorwiegend christlichen Grossfamilien. Durch intensives und gemeinsames Lernen an dieser Trainingsschule haben die Schüler/innen die Möglichkeit, den benötigten Notendurchschnitt für das Gymnasium zu erreichen, wodurch sich später bessere Chancen für ein Studium und im Berufsleben ergeben. Die Trainingsschule hat in der Stadt einen guten Ruf, und die Erfolgsquote der Schulabschlüsse liegt wesentlich höher als bei den staatlichen Schulen. Der Ergänzungsunterricht findet während der Schulzeit täglich statt, entweder vormittags oder nachmittags. Er wird von den Schülern sehr gerne besucht, weil man auch nach dem Unterricht die Gemeinschaft pflegt. Man singt, musiziert, spricht und betet zusammen, macht Spiele und im Sommer gelegentliche Exkursionen. Ausserdem erhalten die Kinder immer etwas zu essen und zu trinken, da die meisten hungrig in den Unterricht kommen. Alle stammen aus armen Familien, wo die Ernährung einseitig und ungenügend ist und die Platzverhältnisse sehr eng sind.
Paul stammt selbst aus einer armen Familie mit elf Geschwistern. Dank der Initiative eines älteren Lehrers, welcher ihn und andere begabte Kinder aus armen Familien auswählte, um sie in einem Ergänzungsunterricht schulisch zu fördern, wurde Paul schliesslich ein Universitätsstudium mit erfolgreichem Abschluss ermöglicht. Dies war für ihn die Motivation, selbst einmal eine Trainingsschule zu gründen, um begabten Kindern die gleichen Chancen zu bieten. Zuvor, nachdem er geheiratet hatte, ging er in die USA, um Geld zu verdienen, damit er seiner Familie eine Existenz aufbauen und später sein Vorhaben mit dem Schulprojekt verwirklichen konnte. Leider nützte ihm in den USA die akademische Ausbildung nichts, er musste in einem Betrieb harte körperliche Arbeit leisten, die ihm schliesslich einen Bandscheibenschaden bescherte, an dem er heute noch leidet. Dennoch war es ihm möglich, nach seiner Rückkehr für seine Familie ein Haus zu erwerben und mit dem geplanten Schulprojekt zu beginnen.
Eine gute Schulbildung ist für die Kinder wichtig und die Eltern sehen ein, dass acht Jahre Grundschule nicht ausreichen, um später eine Chance im Berufsleben zu haben. Die Arbeitslosigkeit nimmt eher zu als ab und die Lebenskosten sind weiter gestiegen. Die Militarus stellen für den Unterricht einen Raum in ihrem Haus zur Verfügung. Die Mutter und die älteste Tochter sind ebenfalls im Lehrfach tätig, insgesamt nehmen 25 Kinder am Unterricht teil. Die Kinder schätzen den Einsatz der Nachhilfelehrer. Einige möchten später auf ähnliche Weise Kindern aus armen Familien helfen.
Die Familie arbeitet ehrenamtlich und ist für dieses Projekt auf Unterstützung angewiesen. Die monatlichen Kosten für Lehrbücher, Schulmaterial, Essen und Trinken sowie für gelegentliche Exkursionen betragen etwa CHF 600.–, davon sind monatlich zurzeit leider nur CHF 480.– gedeckt. Deshalb sind Militarus dringend auf weitere Hilfe angewiesen, um auch in Zukunft das Schulprojekt sichern zu können.
Im Oktober 2006 schrieb unser Mitarbeiter Paul Militaru an die Sponsoren:
«Ich möchte Euch für all Euere Bemühungen danken, ohne die das Patenschaftsprogramm aber auch das Trainingsschulprojekt in Brasov nicht funktionieren könnte. Ich danke Gott für alle von Euch und Eure grosse Bereitschaft, jenen zu dienen, die Eure geschätzte Unterstützung benötigen. Ich bete und bin sicher, dass Gott Euch segnen und bewahren wird! Auch diesmal kann ich Euch berichten, dass wir mit Gottes Hilfe einen grossen Erfolg mit den abschliessenden Trainingsklassen verzeichnen konnten. Dies zeigt den enormen Nutzen dieses Projekts, wodurch viele Kinder und Jugendliche in der glücklichen Lage sind, an höheren Schulen und Universitäten zu studieren. Damit eröffnen sich für sie bessere Chancen für die Zukunft. Wir arbeiteten immer mit einem Minimalbudget (ca. 480.– CHF monatlich), was im Vergleich zum Arbeitsumfang viel zu tief ist. Ich darf sagen, dass Ihr uns immer geholfen habt, wenn es dringend nötig war, wie z. B. für den PW, nachdem Ihr einen CH-Sponsor gefunden hattet oder als noch diverse Rechnungen für Gas und Elektrizität zu bezahlen waren. Neues Schulmaterial sowie einen zweiten Computer (da ein einziger nicht für 25 Kinder reicht) konnte ich auch nur dank Eurer zusätzlichen Unterstützung kaufen. Ich habe grossen Respekt vor Euch und schätze Eure Hilfsbereitschaft! Jede finanzielle Hilfe ist sehr willkommen und hilfreich für unser Projekt. Ich danke Euch für Euren guten Willen und grüsse Euch herzlich.»