Stiftung Osteurpoamission Schweiz

Allgemeine Informationen über Albanien 2010

Albanien möchte in die EU

Im Juni 2009 fanden Wahlen statt, d.h. das Volk stimmte ab und die Regierung bestimmte das Ergebnis. Von offiziellen Beobachtern bestätigte Manipulationen, Gewaltausbrüche und sogar Mord gehörten zum Wahlprozedere. Nach wie vor werden Oppositionelle zum Schweigen gebracht und in der Regierung haben sie sowieso nichts zu sagen. So können die dringend notwendigen Reformen nicht umgesetzt werden. Auch die EU-Kommission kritisiert die Korruption und das ungehinderte Agieren der organisierten Kriminalität. In Zukunft müsse Albanien zeigen, dass es in der Lage sei, rechtsstaatliche Verhältnisse im eigenen Land herzustellen und zu garantieren. Mit grossen Versprechungen wie Demokratie und wirtschaftlichem Aufschwung reichte im letzten Jahr Regierungschef Sali Berisha offiziell den Antrag zur EU-Mitgliedschaft ein. Er sprach von einem historischen Moment für Albanien und meinte dazu: «Mein Land ist leidenschaftlich für Europa.»

Armut

Von den 3,4 Millionen Einwohnern lebt mindestens jeder vierte unter dem Existenzminimum, das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei weniger als umgerechnet CHF 300.–. Damit zählt der Balkanstaat zu den ärmsten Ländern Europas. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Land besonders hoch, sogar in den Städten bis 20%. Der Alltag wird immer schwieriger, die Kosten für Energie sind um 13% gestiegen. Bei Nichtbezahlung der Rechnung wird der Strom einfach abgeschaltet. In vielen Familien fehlt auch das Geld für Schulbücher, Kleider und Transport, was dazu führt, dass die Ausbildung und somit die Chance auf eine Arbeitsstelle noch mehr sinkt. Ausserdem sind die Löhne der Lehrer auf einem absoluten Minimum, was sich nicht gerade motivierend auf den Unterricht auswirkt.

Hilfe für Albanien

Praktische Einsätze und finanzielle Hilfe sind also weiterhin gefragt. Nach den Überschwemmungen verteilen Mitarbeiter der albanischen OEM zusammen mit Imre, dem ungarischen Missionsleiter, Hilfsgüter und Haushaltgegenstände an die betroffenen Familien. Alle freuen sich ganz besonders über die Unterstützung vom australischen Ehepaar Bruno und Elizabeth Henke, welche für 3 Jahre in Albanien bleiben möchten. Nebst Hilfsgüterverteilung und Ermutigung gehört der Englischunterricht für Kinder und Lehrpersonen zu den wichtigsten Aufgaben. Die Leute staunen sehr darüber, dass Gott Leute von weither sendet, um ihnen beizustehen. Ein ansässiger Lehrer meint: «Es ist wie ein Licht am Ende des Tunnels. Wir lernen zwar mit den modernen Kommunikationsmitteln umzugehen, aber wegen den fehlenden Sprachkenntnissen können wir sie nicht nutzen.»

Im Süden Albaniens, etwa 150 km von Tirana, befindet sich die Region Mallakaster mit 9 Dörfern. Flatun von der albanischen Mission kommt aus dieser ländlichen Gegend. Er war früher Lehrer und hatte auch eine wichtige Position in Budapest inne, die Dorfbewohner respektieren ihn sehr. Seit 15 Jahren besucht Imre diese Gegend und oft wurde er von den Schulleitern gefragt, ob er nicht einen Englischunterricht organisieren könnte, denn es finden sich kaum Lehrpersonen, welche unter solch primitiven Umständen leben möchten. Das Ehepaar Henke war gerne bereit, musste aber einige Hürden überwinden, denn die Gegend wird vorwiegend von Muslimen bewohnt. Leuten mit christlichem Hintergrund und somit anderen Wertvorstellungen traut man nicht gerne und vor allem, wenn es um administrative und autoritäre Dienste geht, ist das Misstrauen gross. Andererseits schätzen sie die Hilfeleistungen für Schule, Spitäler usw. Die Klassenzimmer sind zwar da und dort mit Computern ausgerüstet, aber es fehlt an gutem Unterrichtsmaterial und die sanitären Anlagen lassen ebenfalls sehr zu wünschen übrig.

Nach und nach wächst das Vertrauen der Bevölkerung und die Tatsache, dass Flatun ein Einheimischer ist, überzeugte sie von der wohlgesinnten Absicht. Nun wohnen Bruno und Elizabeth Henke in Bejar, ganz in der Nähe der öffentlichen Schule. 240 Schüler gehen jeden Tag am Haus vorbei. Sie haben von diesen speziellen Gästen im Dorf gehört und grüssen schon von weitem laut und freundlich.

Die albanische Bevölkerung und auch wir danken für Ihre wertvolle Unterstützung, liebe Paten, wir wünschen Ihnen Gottes Segen!

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