Stiftung Osteurpoamission Schweiz

Allgemeine Informationen über Albanien 2011


Politik und Wirtschaft
Gemäss Verfassung wird ein pluralistisches System angestrebt, es gibt 20 politische Parteien und alle 4 Jahre finden Wahlen statt. Das Ergebnis im 2009 war allerdings sehr unproduktiv, es gab endlose Debatten und Streitereien mit viel Gewalt. Am meisten Korruption wird der Justiz vorgeworfen. Die nicht gelösten Probleme verärgern die albanische Bevölkerung, sie verlieren immer mehr ihr Vertrau-en und wollen selber aktiv werden. Mit Versammlungen und Protestaktionen kämpfen sie für mehr Freiheit. Am 21. Januar 2011 kam es zum Aufstand gegen die Regierung. Dies endete mit mehreren Toten, vielen Verletzten und Verhafteten.
Albanien bekennt sich zu marktwirtschaftlichen Strukturen, seit 20 Jahren sind Reformen in verschie-denen Gebieten im Gang. Die Privatisierung in der Wirtschaft nimmt zu, ganze Industriezweige und andere staatliche Institutionen werden von mächtigen Einzelpersonen oder Investorengruppen über-nommen. Leider hat dies auch zur Folge, dass die Arbeitslosigkeit steigt, manch einer verliert seinen Job von einem Tag auf den anderen, ohne zu wissen, wie es weiter geht. Viele junge Leute verlassen deshalb das Land Richtung West-Europa und versuchen mit dem dort verdienten Geld ihre Familien in Albanien zu unterstützen. Eigennutz und Fehler im  Regierungssystem sind ein Hauptgrund für die Armut in Albanien, welches trotz vielen Bodenschätzen zu den sehr armen Ländern Osteuropas gehört.

Löhne und Preise
Der Mindestlohn beträgt in Albanien etwa 9'400 Lek (CHF 88.–). Eine Familie mit 2 Kindern braucht monatlich etwa 43'500 Lek, das sind umgerechnet CHF 400.–:

Für Nahrungsmittel CHF 280.–, Hygieneartikel CHF 40.–, Schulmaterial CHF 15.– und für Nebenkosten (Wasser, Gas usw.) CHF 65.–. Dazu kommen die Kosten für Kleider, öffentlichen Verkehr, Reparaturen, medizinische Versorgung usw. Gesundheitskosten sind nur gedeckt, wenn jemand angestellt oder privat versichert ist. Ebenfalls nicht eingerechnet ist die Miete, je nach Grösse der Wohnung wären das nochmals CHF 200.– pro Monat. Glücklich ist, wer ein Eigenheim besitzt, das abbezahlt ist, und sei es noch so bescheiden.

Tradition Blutrache
Ein nach wie vor ungelöstes Problem ist die alte Tradition der Blutrache (Kanun). Dabei geht es hauptsächlich um die Familienehre. Es werden nicht nur Morde, sondern auch Gewaltakte mit Todesfolge gerächt, und zwar über viele Jahre hinweg. Unter dem Diktator Enver Hoxha, der nach dem zweiten Weltkrieg bis 1985 herrschte, wurde dieses rechtliche Parallelsystem mit eiserner Hand und der damals noch vollstreckten Todesstrafe bekämpft. Als der Kommunismus Anfang der 1990er Jahre kollabierte, hörte auch diese «Ordnung» auf und die todbringende Sitte des Kanun kam wieder zum Vorschein. Das korrupte und wenig gerechte Justizsystem lässt sogar die wenigen Regeln vergessen, dass z.B. keine Frauen, Alten, Kranken oder Kinder unter 16 Jahre angegriffen werden dürfen. Somit leben etwa 1500 Familien in Angst und Isolation, ihre Kinder können die Schule nicht besuchen. Und wenn sie trotzdem unterwegs sind, müssen sie befürchten, aus Rache umgebracht zu werden. Seit den Unruhen 1997 hat der Besitz von illegalen Waffen in Albanien stark zugenommen, im letzten Jahr wurden etwa 300 Menschen erschossen.

«Church of Gospel»
Gute Nachrichten gibt es punkto Glaubensfreiheit. 2010 wurde die Albanische «Church of Gospel» von der Regierung offiziell als eine der Glaubensgemeinschaften anerkannt. Unermüdlich sind Mitarbeiter im ganzen Land unterwegs. Diese relativ neue, evangelistische Bewegung braucht unsere Unterstützung und Ermutigung! Viele Helfer aus verschiedensten Gegenden dieser Welt arbeiten in Albanien mit den einheimischen Pastoren zusammen. Dazu gehören auch Bruno Henke und seine Frau Elizabeth, welche in einer Gegend im Einsatz sind, wo es praktisch nur Muslime gibt. Voller Hingabe, unendgeldlich und mit viel Kompetenz tun sie diese wertvolle Aufgabe. Die betroffene Bevölkerung bedankt sich für die empfangene Hilfe mit Respekt und herzlicher Gastfreundschaft. Kontaktperson Flatun meint: «Es gibt noch viel Arbeit, aber mit unserem Herrn Jesus Christus werden wir siegen, IHM sei alle Ehre dafür!»

     

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