Stiftung Osteurpoamission Schweiz


















GEORGIEN: BERICHT AUS DEM ALTERSHEIM

 

Unser Missionspartner Vitali Ivanov schreibt:

«Unsere Arbeit hier in Tbilisi geht erfolgreich weiter, dank der Hilfe unseres Herrn und der treuen Unterstützung aus der Schweiz. Zurzeit wohnen 6 ältere Personen im Altersheim, doch das wird sich schon bald ändern, da wir noch einige Senioren mehr aufnehmen werden. Vor einigen Jahren, als sich die allgemeine Lage in Georgien zu verbessern begann, glaubten wir, dass unser Dienst unter den Armen mit der Zeit nicht mehr so benötigt würde. Nun stellen wir fest, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Diese Arbeit wird je länger je wichtiger, weil der Unterschied zwischen arm und reich schnell anwächst und die Kluft immer grösser wird. Dies betrifft insbesondere die älteren Menschen. Eine Altersrente beträgt normalerweise nicht mehr als CHF 67.–/ Euro. 44.60 pro Monat, womit nur ca. 25% der Lebenskosten gedeckt werden können. Bei solchen Bedingungen sind die Leute zur äussersten Sparsamkeit gezwungen und müssen sich bei jedem Stück Brot und jedem Löffelchen Zucker in den Tee überlegen, ob sie sich dies leisten können. Sie sind nicht in der Lage, für Elektrizität, Gas und Wasser zu bezahlen. Viele ältere Menschen wohnen in Appartements ohne Gas und Elektrizität. Falls sie nicht zu den Glücklichen gehören, die bei ihren Familienangehörigen wohnen können, wo ein Teil dieser Kosten entfällt, ist das Leben sehr mühsam und beschwerlich. Genau da beginnt unsere Hilfe zu greifen, welche betroffenen Menschen eine Chance für eine lebenswürdige Existenz im Alter ermöglicht.

Ich möchte gerne etwas über zwei neue Mitbewohnerinnen erzählen. Es sind Mutter und Tochter Veriko und Leila Nadiradze. Vor vielen Jahren, als Georgien noch zur damaligen Sowjetunion gehörte, waren sie eine normale Arbeiterfamilie. Zusammen mit dem Vater wohnten sie in der Nähe der Hauptstadt Tbilisi in der Industriestadt Rustavi. Damals hatten dort alle Leute Arbeit und eine kleine Wohnung. Nach dem Zusammenbruch der UDSSR wurden sämtliche Fabriken geschlossen und die Leute waren auf einen Schlag arbeitslos. Auch Familie Nadiradze war davon betroffen. Als der Vater starb, wurde die Situation für die Familie noch schwieriger. Die zwei Frauen blieben ohne Unterstützung zurück. Möglicherweise ist dies in Westeuropa kein so grosses Problem, doch in unserer Kultur ist die Frau sehr stark auf den Schutz ihres Mannes angewiesen. Während jener Periode herrschte Chaos im Land. Jemand nützte die Situation der Frauen skrupellos aus und nahm ihnen ihre Wohnung weg. So wurden sie von einem Tag auf den anderen auch noch obdachlos. Viele Jahre kämpften sie vergeblich um ihr Recht. Sie lebten bei Freunden und versuchten immer wieder, das Appartement zu mieten. Doch mit ihrer kleinen Rente war dies unmöglich. In dieser Situation haben wir die Frauen angetroffen und ihnen unsere Hilfe angeboten. Jetzt leben sie in unserem Haus und sind glücklich darüber. Für lange Zeit hatten sie keine Gelegenheit mehr, eine gute Mahlzeit zu geniessen oder ein Bad zu nehmen. Mutter und Tochter sind sehr dankbar für die Hilfe, die sie von uns empfangen haben und danken Gott dafür.

Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich an Euch und all die Missionsfreunde, die unsere Arbeit finanziell unterstützen. Möglicherweise ist es schwierig zu erfassen, wie viel Eure Hilfe für Menschen wie Mutter und Tochter Nadiradze bedeutet und dass durch Euer Mittragen das Leben von Menschen verändert wird. Sicher habt Ihr alle auch eigene Probleme und Anliegen, dennoch denkt Ihr nicht nur an Euch selbst. Eure Herzen sind gross genug, dass auch andere Menschen darin Platz finden. Bitte erinnert Euch daran, dass Gott dies alles sieht und weiss. In der Bibel steht: «Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien der Armen, der wird auch rufen und nicht erhört werden.» (Sprüche 21:13). Dieser Vers klingt hart, doch hat er eine positive Seite, nämlich die, dass wir unsere Ohren nicht vor der Not der Menschen verschliessen. Das bedeutet konkret, dass Gott Eure und unsere Gebete erhören wird! Im Namen unseres Teams und allen Heimbewohnern danken wir Euch allen herzlich, möge Gott Euch reichlich segnen.»   

 

 

 

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