Stiftung Osteurpoamission Schweiz

Allgemeine Informationen über die Ukraine 2011

Politik
Die Ukraine leidet extrem unter der Finanzkrise, dazu kommen die Machtkämpfe in der Regierung. Jegliche politischen Kräfte, nationale und lokale, konzentrieren sich in den Parteien, welche die Interessen der einflussreichsten Männer des Landes präsentieren. Das hat zur Folge, dass die von internationalen Organisationen zur Verfügung gestellten Kredite missbraucht werden, beim Volk kommen sie leider nicht an. Im Gegenteil, Ende 2010 kündigte der Russland orientierte ukrainische Präsident, Viktor Janukowitsch, Massnahmen an, welche kleine und mittlere Betriebe in ihrer Arbeit behindern, obwohl gerade diese massgeblich zur Stabilität im Land beitragen. Ausserdem landen immer mehr «Regierungs-Kritiker» im Gefängnis.

Gas- und Strompreise
Der Gaspreis steigt dieses Jahr um das Doppelte und Strom wird ca. 30% teurer. Vor allem für Familien und Betagte mit tiefen Renten sind diese Mehrkosten untragbar, Ersparnisse haben die meisten nicht. 2 Personen bezahlen den grössten Teil ihres Einkommens für Nebenkosten (umgerechnet CHF 60.– pro Monat im Sommer und CHF 110.– im Winter), und nun werden auch noch die Bussen bei nicht bezahlten Rechnungen verschärft.

Arbeit, Einkommen, Kindergeld
85% der Ukrainer haben kaum genug Geld für die Bewältigung der täglichen Kosten, der Mindestlohn von CHF 110.– pro Monat ist einfach zu knapp für 1 Person. 1 kg Brot oder 1 l Milch kostet CHF 0.80, 1 kg Kartoffeln CHF 0.65, 1 kg Fleisch CHF 6.–. Nach offiziellen Angaben liegen die Durchschnittslöhne bei CHF 240.–. Verkäufer verdienen ca. CHF 120.– pro Monat, ausgebildete Lehrer beginnen mit CHF 145.–, Fabrikarbeiter erhalten 155.– bis CHF 180.–. In der Hauptstadt Kiev verdoppeln sich diese Angaben und in Odessa ist der Verdienst ca. anderthalb Mal höher, wobei dort auch die Lebenskosten viel teurer sind.
Die Kinderprämien sind etwas angestiegen, damit möchte der Staat die Geburtenraten erhöhen. Während 3 Jahren erhalten die Eltern fürs erste Kind CHF 60.– pro Monat, fürs zweite Kind CHF 120.– und fürs dritte Kind CHF 240.–. Dazu gibt es das normale Kindergeld von CHF 15.– pro Monat. Die meisten Eltern sind auf 2 Löhne angewiesen.

Etwa 5% der ukrainischen Bevölkerung leben sehr gut und 10% gehören zur Mittelschicht. Das oft im Ausland verdiente Geld wird in Haus, Geschäft, Betrieb und teure Autos investiert. Viel gemeinsame Zeit bleibt nicht, dies ist einer der Gründe für die hohe Scheidungsrate von 50%.

Renten
Männer müssen bis 60 und Frauen bis 55 arbeiten. Die Unterschiede bei den Renten sind riesig, die meisten Rentner erhalten eine Mindestzahlung von 100.– bis CHF 130.–, Personen in leitender Funktion bis CHF 950.– pro Monat. Männer werden in der Ukraine durchschnittlich 59 Jahre alt, nebst Alkohol sind auch die unbezahlbaren Gesundheitskosten ein Grund dafür, dass viele das Pensionsalter nicht erreichen. Verhältnismässig günstige Eingriffe von CHF 550.– können sich nicht alle leisten und eine allgemeine Krankenversicherung gibt es nicht. Für Zahnbehandlungen haben viele Leute ebenfalls kein Geld.

Wohneigentum
Seit der Wirtschaftskrise sind die Preise für Wohneigentum etwas gefallen, in der Stadt zahlt man für eine 3-Zimmer-Wohnung (75 m2) im Block ca. CHF 30'000.–. Eine Familie mit 2 oder 3 Kindern kann sich das kaum leisten. Städte wie Kiev oder Odessa sind noch viel teurer. Wer die Möglichkeit hat, zieht mit Verwandten zusammen oder mit etwas Glück, erhält er zur rechten Zeit ein Erbe.

Unsere ukrainischen Kontaktpersonen, welche sich u.a. um die Familien im Patenschaftsprogramm kümmern, sind mit denselben finanziellen Problemen konfrontiert. Sie bitten nebst materieller Hilfe auch um Gebetsunterstützung für diese segensreiche Arbeit und danken von ganzem Herzen für Ihr treues Mittragen!

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